Konfirmandentag zum Thema “Verbrechen”

Wisst Ihr, welches das größte Verbrechen ist, dass jemals in Spangenberg verübt wurde? Mit dieser Frage stiegen die Konfirmanden in den KU-Tag am 8. November im Gemeindehaus in Spangenberg ein. Schnell wurde klar, dass die zumeist 14-jährigen keine Antwort darauf hatten. Die Antworten lieferte dann ein Koffer.

Dieser wurde von den Konfi-Helfern, die den Tag vorbereitet hatten, hereingetragen und geöffnet. Die Gegenstände, die sie nach und nach hervorholten, erzählten von der Geschichte Spangenbergs:

Eine Fackel berichtete von einem Fackelzug in Spangenberg am 15. September 1935, bei dem auf Anordnung des Bürgermeisters jüdische Mitbürger aus ihren Häusern geholt und öffentlich verprügelt wurden.

Ein Gesetzbuch zeigte auf, dass die am gleichen Tag erlassenen Nürnberger Gesetze Auslöser dieser Aktion waren. Sie führten auch zu einer Unterscheidung zwischen Deutschen reinen Blutes und „Angehörige rassefremden Volkstums“.

Ein Judenstern erklärte, worin sich die betroffenen Juden von anderen Spangenbergern unterschieden.

Und ein blauweiß gestreifter Pyjama berichtete davon, was mit vielen Spangenberger Juden in der Folge geschah.

Beim anschließenden Stadtrundgang lernten die Konfirmanden dann an drei Stellen exemplarisch die Schicksale dreier Spangenberger Juden kennen. Am jüdischen Friedhof und an zwei Stolpersteinen wurden zum Gedenken an diese Menschen Kerzen entzündet.

Betroffen äußerten sich viele der Jugendlichen bei der anschließenden Auswertung im Gemeindehaus. Erschreckend fanden sie  zum einen die damaligen Geschehnisse aber auch, dass sich Parolen und ausgrenzende Standpunkte wie damals im Parteiprogramm heutiger Parteien wiederfinden.

Zum Abschluss besuchten die Konfirmanden den von der ev. Jugend Melsungen gestalteten Jugendgottesdienst zur Erinnerung an die Opfer der Reichspogromnacht. AB