Thema: Häusliche Gewalt

Kontaktbeschränkungen wegen Corona bedeutet leider auch:

Die häusliche Gewalt nimmt zu

 

„,Das soll das Abendessen sein?‘, fragt er verächtlich, bevor er den Teller mit dem Unterarm vom Tisch fegt. Es scheppert laut. Was dann folgt, wird sie nicht mehr vergessen. Es ist die erste Ohrfeige ihres Lebens…

Niemals hätte sie gedacht, dass ihr so etwas passiert. Die Wutausbrüche und Übergriffe des Partnes werden häufiger. Bald gehören sie zum Alltag. Genau wie seine Entschuldigungen und die Blumensträuße, wenn er unter Tränen beteuert, nicht mehr die Beherrschung zu verlieren. Sie glaubt ihm und hofft – vergeblich.

Es ist kein Einzelfall. Laut Bundeskriminalamt wurden allein 2015 fast 130.000 Frauen und annähernd 25.000 Männer Opfer von häuslicher Gewalt bzw. Partnerschaftsgewalt. Dabei liegt die Dunkelziffer deutlich höher.“

Diesen Text habe ich auf der Homepage des Weißen Rings gefunden, der Hilfsorganisation für Opfer von Gewalt in seinen vielen Ausprägungen (https://weisser-ring.de), und er macht mich sehr betroffen. Gewalt ist nichts, was irgendwo fern in den anderen Ecken des Landes oder in Großstädten passiert, sondern was auch bei uns im beschaulichen Spangenberg zur Tagesordnung gehört.

Dabei muss klar gesagt werden: Niemand hat das Recht, Gewalt gegen andere auszuüben, auch kein Ehepartner! Es gibt Hilfe. Und wenn es erst einmal nur jemand Fremdes ist, dem ich das erzählen kann, was ich erleide.

Annette Brunßen hat hier verschiedene Kontakadressen zusammengetragen, an die man sich erst einmal wenden kann:

Psychologische Beratung im Diakonischen Werk / Beratung bei häuslicher Gewalt: Wildemannsgasse 14, 34117 Kasssel, Telefon: (0561) 709 74 – 250, E-mail: psychologische-beratung@dw-region-kassel.de

Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt: Ute Helfrich, Kreisausschuss des Schwalm-Eder-Kreises, FB 51.8, Schlesierweg 1, 34576 Homberg (Efze)

Opfer-Telefon des WEISSEN RINGS: Telefon 116 006 (7-22 Uhr, kostenfrei)

TelefonSeelsorge: Telefon 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222

(24 Stunden, kostenfrei)

www.telefonseelsorge.de

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: Telefon 08000/116 016 (24 Stunden, kostenfrei), das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen bietet auch einen Sofort-Chat an: www.hilfetelefon.de (täglich 12-20 Uhr)

Natürlich stehen wir Pfarrer auch für Gespräche telefonisch und persönlich jederzeit zur Verfügung (V. Mantey Tel. 346 und M. Schümers / M. Schümers-Paas Tel. 1515).

Gerade wenn es coronabedingt nun wieder strengere Kontaktbeschränkungen gibt, sollten wir alles tun, damit nicht zugleich die Gewalt zunimmt. VM