Wanderung in den Mai

Im Reformationsjahr sollte unsere traditionelle „Wanderung in den Mai“ am 30. April aus einer besonderen Sicht stattfinden. Da mit großer Wahrscheinlichkeit im Jahr 1529 Martin Luther auf dem Weg zu den Marburger Religionsgesprächen durch unser Kirchspiel kam, wanderten wir auf den „Spuren Martin Luthers“.

Bereits um 10:00 Uhr begann der Tag mit einem leckeren Frühstück in der Adelshäuser Kirche, bevor wir dann den ersten Kontakt mit Martin Luther in Gestalt von Klaus Reichmann und der zeitgenössischen Dorfbewohnerin Deike Kracke-Helm in einer ersten Andacht hatten. Das Thema Abendmahl zog sich durch den ganzen Tag. In einem launischen Rollenspiel erfuhren wir viel von dem damals herrschenden Abendmahlsstreit. Auf unserem weiteren Weg kamen wir zu der Mörshäuser Kirche und auch hier erwartete uns Martin Luther alias Jonas Klages im Gespräch mit der Kirchenvorsteherin Annelie Deist aus heutiger Zeit. In der Kirche hat sich in den letzten fast 500 Jahren doch einiges verändert. Nach der Reformation war das Bilderverbot eingeführt worden, sämtliche Bilder in der Kirche wurden übermalt und der Taufstein wurde aus der Kirche verbannt. Das Abendmahl wurde mit Brot gefeiert.

Nach einer Stärkung mit der Mörshäuser Himmelssuppe gelangten wir auf unserem weiteren Weg nach Bergheim. Auch hier in unserer dritten Andacht war Martin Luther alias Helmut Riemenschneider zugegen. Er diskutierte mit den Konfirmanden über das Kinderabendmahl. Aber wir haben nicht nur vom Abendmahl gehört, sondern es auch gefeiert – zusammen mit den Kindern.

Gestärkt durch das Abendmahl und im Bewusstsein, dass Gott uns nahe ist, fand unsere Wanderung ihren Abschluss im DGH Bergheim bei Kaffee und Kuchen. Wir sind nicht nur auf den Spuren Luthers gewandert, sondern auch den geschichtlichen Weg des Abendmahls von der Reformation bis heute durch unsere Kirchen gegangen und können einiges jetzt vielleicht besser verstehen.

Jutta Brassel