Weltgebetstag 3. März 2017

Am Freitag, den 3. März feierte das Kirchspiel Mörshausen den Weltgebetstag aus den Philippinen in der Mörshäuser Kirche. Die teilnehmenden Frauen zogen wie immer ein, allerdings wurden sie in diesem Jahr angeführt von 5 Philippininnen, allen voran Sol Wiegand aus Adelshausen, die beim Einzug die Nationalhymne ihres Heimatlandes sang. Sie hatte ihre philippinischen Freundinnen eingeladen, an diesem Gottesdienst mitzumachen, um ihr Land den Gottesdienstbesuchern in Mörshausen vorzustellen. Für sie war dies eine Ehrensache. Im Gottesdienst waren es dann auch die Philippininnen, die das Land zu einer PowerPoint-Präsentation vorstellten. Nachdem die Mörshäuser Frauen mit der eindringlichen Schilderung der philippinischen Gottesdienstvorlage das Schicksal dreier Frauen vortrugen und damit deutlich wurde, wieviel Ungerechtigkeit gerade Frauen auf den Philippinen erleiden, wurde die zentrale Frage des Gottesdienstes gestellt: Was ist denn fair? Die biblische Geschichte von den Arbeitern in Weinberg machte besonders nachdenklich, weil in dem Rollenspiel die Rollen der Länder getauscht wurden, Sol Wiegand als Philippinin war die Weinbergbesitzerin und die deutschen Frauen die Arbeitsuchenden. Auf den Philippinen wird innerhalb der Dörfer mit dem sog. Dagyaw für relative Gerechtigkeit gesorgt. So übernahmen die philippinischen Freundinnen die Aufgabe, uns zu erklären, das Dagyaw hilft, eine gute Gemeinschaft aufzubauen und zu erhalten. So ist es auf den Philippinen üblich, beim Pflanzen und Ernten von Reis die Nachbarschaft um Hilfe zu bitten. Niemand wird dafür bezahlt, aber alle bekommen etwas von der Ernte. Bevor symbolisch Reis an die Gottesdienstbesucher verteilt wurde, erzählten die Philippininnen nach der Gottesdienstvorlage, welche Bedeutung Reis für sie hat, denn Reis verbindet die Menschen, ein Tag ohne Reis ist unvorstellbar und das philippinische Wort für Reis bedeutet Leben.

Im Anschluss an den Gottesdienst luden die philippinischen Freundinnen die Gottesdienstbesucher/innen in den Gemeindesaal ein zum Probieren kulinarischer Köstlichkeiten aus ihrer Heimat. Sie ließen es sich nicht nehmen für alle Besucher zu kochen. Der Gemeindesaal war völlig überfüllt mit Gästen. Diese dankten schließlich den philippinischen Freundinnen mit einem riesigen Applaus vor allem für ihr Engagement und Temperament, mit dem sie ihr Heimatland mit den Schönheiten und Problemen nahebrachten und für das wunderbare Essen. Auch für die Mörshäuser Frauen, die diesen Gottesdienst mitgestaltet haben, war es ein unvergessliches Erlebnis, mit den Frauen aus dem Herkunftsland des diesjährigen Weltgebetstages den Gottesdienst zu feiern, sie bedankten sich mit Blumen und einer Spende für die Philippinen.